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Der Verbandkasten im Auto: Pflicht, Inhalt und Haltbarkeit

Der Verbandkasten liegt bei vielen Autofahrern seit Jahren unberührt unter dem Kofferraumboden. Im Ernstfall muss er aber vollständig sein und schnell griffbereit liegen. Hier erfährst du, was das Gesetz verlangt und wie du deinen Verbandkasten fit hältst.

Das Wichtigste in Kürze

  • In Kraftfahrzeugen ist ein Verbandkasten Pflicht (§ 35h StVZO).
  • Er muss der aktuellen Norm DIN 13164 entsprechen und vollständig sein.
  • Sterile Materialien haben ein Haltbarkeitsdatum – kontrolliere es regelmäßig.

Ist ein Verbandkasten Pflicht?

Ja. Die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung schreibt in § 35h vor, dass in Kraftfahrzeugen Erste-Hilfe-Material mitgeführt werden muss. Für Pkw ist das ein Verbandkasten nach DIN 13164. Wer ohne Verbandkasten unterwegs ist, muss bei einer Kontrolle mit einem Verwarnungsgeld rechnen. Auch bei der Hauptuntersuchung wird der Verbandkasten kontrolliert. Für Motorräder gibt es keine Pflicht – ein kleines Erste-Hilfe-Set ist trotzdem sinnvoll.

Was gehört hinein?

Der genaue Inhalt ist in der Norm festgelegt. Typische Bestandteile sind:

  • Verbandpäckchen und Verbandtücher in verschiedenen Größen
  • Mullbinden und Fixierbinden
  • Heftpflaster und Wundschnellverbände
  • Dreiecktücher
  • eine Rettungsdecke
  • Einmalhandschuhe
  • eine Schere
  • Mund-Nasen-Masken und Feuchttücher zur Reinigung
  • eine Erste-Hilfe-Broschüre

Die Norm wurde in den letzten Jahren überarbeitet. Achte beim Kauf darauf, dass auf der Packung die aktuelle Version der DIN 13164 steht.

Haltbarkeit und Kontrolle

Sterile Materialien wie Verbandpäckchen haben ein Ablaufdatum. Danach ist die Sterilität nicht mehr garantiert. Kontrolliere den Inhalt deshalb mindestens einmal im Jahr – zum Beispiel beim Reifenwechsel. Hast du etwas verbraucht, ersetze es sofort. Ein angebrochener Verbandkasten gilt als unvollständig.

Wo liegt der Verbandkasten am besten?

Der Verbandkasten sollte schnell erreichbar sein. Viele Hersteller sehen ein Fach im Kofferraum oder unter dem Sitz vor. Wichtig: Bei einem Unfall darf er nicht unter Gepäck begraben sein. Ein fester Platz, den alle Mitfahrer kennen, spart im Ernstfall Zeit. Warnweste und Warndreieck gehören ebenfalls in Reichweite.

Die neue DIN 13164

Seit Anfang 2022 gilt für Kfz-Verbandkästen eine überarbeitete Fassung der DIN 13164. Neu sind unter anderem zwei Mund-Nasen-Masken. Einige Pflaster und Verbandtücher wurden in Anzahl oder Größe angepasst. Ältere Verbandkästen nach der vorherigen Norm dürfen weiter genutzt werden, solange sie vollständig sind und die sterilen Materialien nicht abgelaufen sind.

Wenn du dir einen neuen Verbandkasten kaufst, achte auf den Aufdruck „DIN 13164“. Dann bist du auf der sicheren Seite. Verbandkästen für Betriebe nach DIN 13157 oder DIN 13169 sind anders zusammengestellt und für das Auto nicht vorgesehen.

Was im Verbandkasten fehlt – und sinnvoll ist

Der Pflichtinhalt deckt die wichtigsten Maßnahmen ab. Viele Fahrer ergänzen ihr Auto trotzdem mit ein paar weiteren Dingen, die im Ernstfall helfen: eine Taschenlampe für Unfälle bei Dunkelheit, eine zusätzliche Rettungsdecke, eine Beatmungsmaske und eine zweite Warnweste für Beifahrer. Ein Notfallhammer mit Gurtschneider kann hilfreich sein, um sich nach einem Unfall selbst aus dem Fahrzeug zu befreien.

Wichtig: Diese Dinge ersetzen nicht den Pflichtinhalt. Lege sie getrennt ab, damit der Verbandkasten vollständig bleibt.

Den Inhalt kennen, bevor es ernst wird

Viele Menschen öffnen ihren Verbandkasten zum ersten Mal, wenn sie ihn brauchen. Dann wird es hektisch. Nimm dir ein paar Minuten Zeit, öffne den Kasten in Ruhe und schau dir an, was drin ist und wie die Teile verpackt sind. Wo sind die Handschuhe? Wo liegt die Rettungsdecke? Wie öffnet man ein Verbandpäckchen?

Diese Kenntnis spart im Notfall wertvolle Sekunden. Im Erste-Hilfe-Kurs für den Führerschein übst du den Umgang mit den Materialien praktisch – vom Druckverband bis zur Rettungsdecke.

Verbandkasten nach dem Gebrauch auffüllen

Hast du Material aus dem Verbandkasten verwendet, fülle es möglichst bald wieder auf. Einzelteile wie Pflaster, Handschuhe oder Verbandpäckchen bekommst du in Apotheken oder im Fachhandel. Oft ist es einfacher, einen kompletten neuen Kasten zu kaufen. Bei einer Polizeikontrolle oder der Hauptuntersuchung zählt, dass der Verbandkasten vorhanden und vollständig ist.

Verbandkasten im Mietwagen und Carsharing

Auch in Mietwagen und Carsharing-Fahrzeugen muss ein Verbandkasten an Bord sein. Als Fahrer bist du dafür verantwortlich, dass die Pflichtausstattung vorhanden ist. Ein kurzer Blick vor der Abfahrt – Kofferraum, Fach unter dem Beifahrersitz, Seitenfächer – lohnt sich. Fehlt etwas, melde es dem Vermieter, bevor du losfährst. Im Ausland können zusätzlich andere Ausrüstungspflichten gelten.

Warum der Verbandkasten so wichtig ist

Bei vielen Unfällen sind Ersthelfer schneller vor Ort als der Rettungsdienst. In dieser Zeit entscheidet oft das Material, das gerade greifbar ist: Handschuhe zum Eigenschutz, Kompressen und Binden für einen Druckverband, die Rettungsdecke gegen Auskühlung. Ein vollständiger Verbandkasten ist deshalb keine Formalität, sondern die Grundlage, um überhaupt helfen zu können.

Häufige Fragen

Brauche ich auch eine Warnweste?

Ja, in Pkw ist mindestens eine Warnweste vorgeschrieben. Sinnvoll ist eine für jeden Mitfahrer.

Was mache ich mit dem alten Verbandkasten?

Abgelaufene Materialien kannst du oft noch zum Üben oder für Haushalt und Fahrrad verwenden – im Auto gehört aber ein vollständiger, aktueller Kasten.

Lerne ich im Erste-Hilfe-Kurs, wie man die Materialien benutzt?

Ja. Im Erste-Hilfe-Kurs für den Führerschein übst du zum Beispiel Druckverbände und das Anlegen von Verbänden.

Brauche ich auf dem Motorrad einen Verbandkasten?

Für Krafträder gibt es keine Mitführpflicht. Ein kleines Erste-Hilfe-Set auf dem Motorrad ist trotzdem eine gute Idee.

Wird der Verbandkasten bei der Hauptuntersuchung geprüft?

Bei der Hauptuntersuchung wird in der Regel geprüft, ob der Verbandkasten vorhanden ist. Achte daher vor dem Termin auf Vollständigkeit und Haltbarkeit.

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