Zum Hauptinhalt springen

Klasse BE: Anhänger bis 3.500 kg ziehen

Der Wohnwagen für den Urlaub oder der Anhänger für den Umzug: Mit Klasse B ist oft schnell die Grenze erreicht. Dann brauchst du Klasse BE oder B96.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit Klasse BE darfst du hinter einem Pkw der Klasse B Anhänger bis 3.500 kg ziehen.
  • Mindestalter 18 Jahre, Voraussetzung ist Klasse B.
  • Eine Theorieprüfung ist nicht nötig, aber eine praktische Prüfung.

Was du fahren darfst

Mit Klasse BE darfst du Fahrzeugkombinationen aus einem Zugfahrzeug der Klasse B und einem Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse von bis zu 3.500 kg fahren. Die zulässige Anhängelast deines Fahrzeugs ist trotzdem zu beachten – sie steht in der Zulassungsbescheinigung.

Ausbildung

Für Klasse BE gibt es Theorieunterricht mit klassenspezifischem Zusatzstoff, Übungsstunden und Sonderfahrten: 3 Überlandfahrten, 1 Autobahnfahrt und 1 Nachtfahrt. Dazu lernst du das Ankuppeln, Abkuppeln und Sichern der Ladung.

Prüfung

Für BE gibt es keine Theorieprüfung. Die praktische Prüfung umfasst eine Abfahrtkontrolle, das An- und Abkuppeln, Grundfahraufgaben wie Rückwärtsfahren um eine Ecke und eine Prüfungsfahrt.

BE oder B96?

B96 erlaubt Kombinationen bis 4.250 kg und braucht nur eine Schulung ohne Prüfung. BE erlaubt schwerere Anhänger bis 3.500 kg und damit Kombinationen bis 7.000 kg. Für große Wohnwagen und Pferdeanhänger ist BE meist die bessere Wahl.

Zulässige Gesamtmasse und Anhängelast

Mit Klasse BE darfst du Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse von bis zu 3.500 kg ziehen. Wichtig ist aber auch die Anhängelast deines Zugfahrzeugs: Sie steht in der Zulassungsbescheinigung Teil I. Darf dein Auto nur 2.000 kg ziehen, ist das die Grenze, auch wenn der Führerschein mehr erlaubt. Prüfe deshalb immer beide Werte.

Stützlast und Beladung

Die Stützlast ist das Gewicht, mit dem der Anhänger auf die Anhängerkupplung drückt. Sie darf die Werte von Fahrzeug und Kupplung nicht überschreiten, sollte aber auch nicht zu gering sein. Schwere Gegenstände gehören über die Achse und nach unten. Falsche Beladung kann zu gefährlichem Schlingern führen. In der Ausbildung lernst du, wie du richtig belädst und sicherst.

Geschwindigkeit mit Anhänger

Mit Anhänger gilt außerorts und auf der Autobahn grundsätzlich höchstens 80 km/h. Mit einer Tempo-100-Zulassung darfst du auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen 100 km/h fahren, wenn Fahrzeug und Anhänger die Voraussetzungen erfüllen. Die Plakette muss am Anhänger angebracht sein.

Die praktische Prüfung

Die BE-Prüfung besteht aus einer Abfahrtkontrolle, dem Ankuppeln und Abkuppeln, Grundfahraufgaben wie Rückwärtsfahren um eine Ecke und einer Prüfungsfahrt. Das Rückwärtsfahren mit Anhänger ist für viele die größte Herausforderung. Übe es in den Fahrstunden ausgiebig. Eine Theorieprüfung gibt es für BE nicht.

Beispiel aus der Praxis

Familie Kaya kauft einen Wohnwagen mit 2.000 kg zulässiger Gesamtmasse. Zusammen mit dem SUV liegt das Gespann bei über 4.250 kg. B96 reicht nicht, also macht Herr Kaya Klasse BE. Nach einigen Fahrstunden und der Prüfung darf er den Wohnwagen legal ziehen.

Checkliste BE

  • Klasse B vorhanden
  • Anhängelast des Zugfahrzeugs prüfen
  • Fahrschule mit BE-Gespann wählen
  • Ankuppeln und Rückwärtsfahren üben
  • Praktische Prüfung
  • Führerschein mit Klasse BE erhalten

Ankuppeln Schritt für Schritt

Das Ankuppeln gehört zur Prüfung und sollte sitzen. Zuerst sicherst du den Anhänger mit der Feststellbremse. Dann fährst du das Zugfahrzeug rückwärts an die Deichsel heran, setzt die Kupplung auf und prüfst, ob sie richtig eingerastet ist. Danach verbindest du das Abreißseil, steckst den Stecker für die Beleuchtung ein, löst die Feststellbremse und kurbelst das Stützrad hoch. Zum Schluss prüfst du die Beleuchtung. Wer diese Reihenfolge verinnerlicht, macht in der Prüfung keine Fehler.

Rückwärtsfahren mit Anhänger

Beim Rückwärtsfahren mit Anhänger musst du umdenken: Lenkst du nach links, schwenkt der Anhänger nach rechts. Ein Trick ist, die Hand unten ans Lenkrad zu legen – dann bewegst du die Hand in die Richtung, in die der Anhänger fahren soll. Fahr langsam, korrigiere früh und steig im Zweifel aus, um nachzusehen. Übung ist hier alles.

Rechtliche Pflichten mit Anhänger

Auch der Anhänger braucht eine Zulassung, eine gültige Hauptuntersuchung und eine Versicherung. Die Beleuchtung muss funktionieren, und die Ladung muss gesichert sein. Bei Kontrollen prüft die Polizei häufig Gewicht und Ladungssicherung. Überladung kann teuer werden und ist vor allem gefährlich.

BE und Wohnwagen-Urlaub

Viele machen BE, weil sie mit dem Wohnwagen in den Urlaub fahren wollen. Im Ausland gelten teilweise andere Höchstgeschwindigkeiten und Regeln für Gespanne, etwa zur Breite der Spiegel oder zu Warntafeln. Informiere dich vor der Reise über die Vorschriften im Zielland und in den Transitländern. Eine gute Vorbereitung erspart Bußgelder und Stress unterwegs.

Häufige Fragen

Habe ich BE, wenn ich vor 1999 Klasse 3 gemacht habe?

Ja. Inhaber der alten Klasse 3 haben BE.

Ist BE befristet?

Nein. Die Fahrerlaubnis BE ist unbefristet.

Brauche ich BE für einen 750-kg-Anhänger?

Nein, bis 750 kg reicht Klasse B.

Brauche ich für BE einen neuen Sehtest?

Für eine Erweiterung ist in der Regel ein aktueller Sehtest nötig, wenn der alte älter als zwei Jahre ist.

Gilt BE unbefristet?

Ja, wie Klasse B.

Weiterlesen

Tipp: Fahrschulpapiere sammelt für jede Klasse Erste-Hilfe-Nachweis, Sehtest bzw. ärztliche Nachweise und Passbild und füllt den Antrag deiner Führerscheinstelle aus – ein Service der JP Fahrschule.

Stand: Oktober 2026, ohne Gewähr. Dieser Ratgeber beschreibt die allgemeine Rechtslage und den üblichen Ablauf. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorschriften und die Angaben deiner Führerscheinstelle.

Bereit? Dann starten wir deine Papiere.

Daten einmal eingeben – wir kümmern uns um Kurs, Sehtest, Passbild, Antrag und Übersetzung. Ein Service der JP Fahrschule.

Vorheriger Beitrag
B197: Automatik lernen, Schaltwagen fahren dürfen
Nächster Beitrag
B96: Anhängerkombinationen bis 4.250 kg ohne Prüfung
expand_less