Zum Hauptinhalt springen

Stabile Seitenlage: Anleitung Schritt für Schritt

Bewusstlose Menschen sind in Gefahr, weil die Schutzreflexe fehlen. Die Zunge kann zurückfallen, Erbrochenes kann in die Lunge gelangen. Die stabile Seitenlage sorgt dafür, dass die Atemwege frei bleiben. Sie gehört zu den wichtigsten Maßnahmen, die du im Erste-Hilfe-Kurs lernst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die stabile Seitenlage ist für bewusstlose Menschen, die normal atmen.
  • Sie hält die Atemwege frei, weil Erbrochenes oder Blut abfließen kann.
  • Atmung regelmäßig kontrollieren – atmet die Person nicht mehr normal, beginnst du mit der Herzdruckmassage.

Wann ist die stabile Seitenlage richtig?

Die stabile Seitenlage ist dann die richtige Maßnahme, wenn eine Person nicht ansprechbar ist, aber normal atmet. Prüfe das so:

  • Sprich die Person laut an und fasse sie an den Schultern.
  • Reagiert sie nicht, mach die Atemwege frei: Kopf vorsichtig nach hinten neigen, Kinn anheben.
  • Sehen, hören, fühlen: Atmet die Person normal? Nimm dir dafür höchstens 10 Sekunden.

Atmet die Person nicht oder nicht normal, ist die Seitenlage falsch. Dann brauchst du sofort Notruf und Herzdruckmassage.

So bringst du jemanden in die Seitenlage

  1. Knie dich neben die Person. Lege den nahen Arm angewinkelt nach oben, die Handfläche zeigt nach oben.
  2. Greif den fernen Arm am Handgelenk und lege den Handrücken an die Wange auf deiner Seite. Halte die Hand dort fest.
  3. Fass mit der anderen Hand das ferne Bein am Knie und stelle es auf.
  4. Zieh am Knie die Person zu dir herüber auf die Seite.
  5. Richte das oben liegende Bein so aus, dass der Oberschenkel im rechten Winkel zur Hüfte liegt.
  6. Neige den Kopf leicht nach hinten und öffne den Mund, damit Flüssigkeit abfließen kann.

Danach: kontrollieren und betreuen

Die Arbeit ist mit der Lagerung nicht vorbei. Deck die Person zu, um sie vor Kälte zu schützen, und kontrolliere regelmäßig die Atmung. Wenn sich die Atmung verschlechtert oder aussetzt, drehst du die Person auf den Rücken und beginnst mit der Herzdruckmassage.

Hast du den Notruf noch nicht abgesetzt, tu es jetzt – oder bitte eine andere Person darum.

Besonderheiten

Bei Motorradfahrern muss der Helm in der Regel abgenommen werden, damit du die Atemwege freimachen kannst – das übst du im Kurs. Bei Schwangeren eignet sich die Lagerung auf der linken Seite. Verletzungen an der Wirbelsäule sind kein Grund, auf die Seitenlage zu verzichten: Freie Atemwege haben Vorrang.

Seitenlage bei Kindern und Babys

Bei Kindern funktioniert die stabile Seitenlage im Prinzip genauso wie bei Erwachsenen. Achte darauf, dass der Kopf leicht überstreckt wird und der Mund der tiefste Punkt ist, damit Erbrochenes ablaufen kann. Bei Säuglingen ist die klassische Seitenlage schwierig. Hier wird empfohlen, das Baby in Bauchlage auf deinen Unterarm zu legen, den Kopf in deiner Hand, oder es in eine leichte Seitenlage zu bringen und mit einer Decke im Rücken abzustützen.

Wichtig bei Kindern: Sie kühlen schneller aus. Decke sie zu, sobald sie in der Seitenlage liegen, und bleib bei ihnen.

Seitenlage im Auto oder auf engem Raum

Nicht jeder Unfallort bietet genug Platz. Sitzt eine bewusstlose Person im Auto und atmet, ist die oberste Regel: Atemwege freihalten. Wenn keine Gefahr droht – Feuer, Rauch, fließender Verkehr – und die Rettung schnell da ist, kannst du den Kopf vorsichtig stützen, das Kinn anheben und die Atmung kontrollieren. Droht Gefahr oder verschlechtert sich die Atmung, musst du die Person aus dem Fahrzeug holen. Im Erste-Hilfe-Kurs lernst du dafür den Rautek-Rettungsgriff.

Ist draußen nur wenig Platz, reicht auch eine einfache Seitenlage: Hauptsache, die Person liegt auf der Seite, der Kopf ist leicht überstreckt und der Mund zeigt nach unten.

Wann die Seitenlage nicht die richtige Wahl ist

Die stabile Seitenlage ist für bewusstlose Personen gedacht, die normal atmen. Atmet jemand nicht oder nicht normal – etwa nur noch schnappend –, ist die Seitenlage falsch. Dann beginnst du sofort mit der Herzdruckmassage. Auch bei ansprechbaren Verletzten brauchst du keine Seitenlage; sie dürfen meist die Position einnehmen, die für sie am angenehmsten ist.

Bei Verdacht auf eine Wirbelsäulenverletzung gilt: Atmung geht vor. Eine bewusstlose Person auf dem Rücken kann an Zunge oder Erbrochenem ersticken. Deshalb wird auch hier die Seitenlage empfohlen, aber so achsengerecht und vorsichtig wie möglich.

Häufige Fragen

Muss ich die Seitenlage perfekt machen?

Nein. Entscheidend ist, dass die Person stabil auf der Seite liegt, der Mund der tiefste Punkt ist und die Atemwege frei sind.

Wie oft sollte ich die Atmung prüfen?

Regelmäßig, bis der Rettungsdienst übernimmt. Bleib bei der Person und beobachte sie durchgehend.

Wo kann ich die Seitenlage üben?

Im Erste-Hilfe-Kurs für den Führerschein. Dort übst du die Lagerung mit anderen Teilnehmern, bis du sie sicher kannst.

Auf welche Seite lege ich die Person?

Grundsätzlich ist die Seite egal. Bei Verletzungen legst du die Person, wenn möglich, auf die verletzte Seite – außer es handelt sich zum Beispiel um eine stark blutende Wunde oder einen Bruch, der dadurch belastet würde.

Was mache ich, wenn die Person erbricht?

Genau dafür ist die Seitenlage da: Der Mund ist der tiefste Punkt, Erbrochenes kann ablaufen. Öffne gegebenenfalls den Mund leicht und kontrolliere danach die Atmung.

Weiterlesen

Tipp: Bei Fahrschulpapiere erledigst du Erste Hilfe, Sehtest und Passbild in einem Ablauf – und wir füllen danach den Antrag deiner Stadt für dich aus.

Stand: Oktober 2026, ohne Gewähr. Dieser Ratgeber beschreibt die allgemeine Rechtslage und den üblichen Ablauf. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorschriften und die Angaben deiner Führerscheinstelle.

Bereit? Dann starten wir deine Papiere.

Daten einmal eingeben – wir kümmern uns um Kurs, Sehtest, Passbild, Antrag und Übersetzung. Ein Service der JP Fahrschule.

Vorheriger Beitrag
Notruf 112 richtig absetzen: Die W-Fragen einfach erklärt
Nächster Beitrag
Herzdruckmassage und Wiederbelebung: So rettest du Leben
expand_less