Führerschein erweitern: So beantragst du eine neue Klasse
Viele machen erst den Autoführerschein und erweitern später: um den Motorradführerschein, die Anhängerklasse BE oder eine Lkw-Klasse für den Beruf. Das Verfahren ist ähnlich wie beim ersten Führerschein, aber oft einfacher.
Das Wichtigste in Kürze
Für jede neue Klasse brauchst du einen Antrag auf Erweiterung bei deiner Führerscheinstelle.
Den Erste-Hilfe-Nachweis musst du meist nicht erneut vorlegen, wenn er schon bei der Behörde ist.
Für Lkw und Bus kommen ärztliche Nachweise dazu.
Der Ablauf
Fahrschule für die neue Klasse wählen und anmelden.
Antrag auf Erweiterung bei der Führerscheinstelle deines Wohnorts stellen.
Ausbildung in Theorie und Praxis absolvieren.
Prüfungen ablegen – bei manchen Erweiterungen entfällt die Theorieprüfung oder ist verkürzt.
Neuen Kartenführerschein mit allen Klassen erhalten.
Welche Unterlagen du brauchst
Typischerweise verlangt die Behörde:
Antrag auf Erweiterung
Personalausweis oder Pass
aktuelles biometrisches Passbild
deinen bisherigen Führerschein (oft als Kopie, das Original wird beim Umtausch eingezogen)
einen aktuellen Sehtest
Der Erste-Hilfe-Nachweis ist meist schon bei der Behörde. Für C- und D-Klassen brauchst du zusätzlich die ärztlichen Untersuchungen nach Anlage 5 und 6 FeV.
Typische Erweiterungen
Häufige Wege nach Klasse B sind:
B196 für 125er-Roller und Motorräder – ohne Prüfung, nur Schulung
Erwirbst du eine neue Klasse, beginnt keine neue Probezeit, wenn du bereits eine Fahrerlaubnis hast. Bist du noch in der Probezeit, läuft sie für die neue Klasse einfach mit. Eine Ausnahme bildet die Klasse AM: Wer nur AM hat, hat noch keine Probezeit – die beginnt erst mit der nächsten Klasse.
Wann eine Erweiterung sinnvoll ist
Eine Erweiterung lohnt sich immer dann, wenn sich deine Lebenssituation ändert: Du kaufst einen Wohnwagen und brauchst BE oder B96, du möchtest Motorrad fahren und machst A2 oder B196, oder du willst beruflich einen größeren Transporter fahren und brauchst C1. Je früher du die Erweiterung planst, desto entspannter ist der Ablauf.
Unterschiede zum Ersterwerb
Bei einer Erweiterung kennt die Behörde dich bereits. Viele Daten sind im Register gespeichert, und einige Nachweise musst du nicht erneut vorlegen. Der Erste-Hilfe-Nachweis reicht meist aus, wenn du ihn schon einmal eingereicht hast. Ein neuer Sehtest ist aber oft nötig, weil der alte nicht älter als zwei Jahre sein darf. Für Lkw- und Busklassen kommen die ärztlichen Nachweise hinzu.
Die theoretische Ausbildung ist bei einer Erweiterung kürzer, weil der Grundstoff nicht wiederholt werden muss. Je nach Klasse besuchst du nur den klassenspezifischen Zusatzstoff.
Kosten im Blick
Auch bei einer Erweiterung fallen Kosten an: Grundgebühr der Fahrschule, Fahrstunden, Prüfungsgebühren, Gebühren der Führerscheinstelle und Nebenkosten wie Passbild und Sehtest. Weil die Ausbildung kürzer ist, sind die Gesamtkosten aber in der Regel niedriger als beim Ersterwerb. Frag in der Fahrschule nach einem Kostenüberblick und lass dir erklären, welche Leistungen enthalten sind.
Der neue Führerschein
Nach bestandener Prüfung bekommst du einen neuen Kartenführerschein, auf dem alle Klassen eingetragen sind. Den alten gibst du bei der Behörde ab. Das neue Dokument hat ein neues Ausstellungsdatum und, bei Karten ab 2013, eine neue Gültigkeit von 15 Jahren. Die Ausstellungsdaten der einzelnen Klassen bleiben aber erhalten.
Kombinationen planen
Manche Erweiterungen lassen sich gut kombinieren, zum Beispiel C und CE oder A2 mit späterem Aufstieg auf A. Andere bauen aufeinander auf. In der Fahrschule bekommst du einen Plan, in welcher Reihenfolge du die Klassen am besten machst und welche Prüfungen du dabei sparen kannst.
Checkliste für die Erweiterung
Gewünschte Klasse mit der Fahrschule abstimmen
Neuen Sehtest machen, falls älter als zwei Jahre
Bei Lkw und Bus: ärztliche Nachweise einholen
Aktuelles Passbild besorgen
Antrag bei der Führerscheinstelle stellen
Alten Führerschein bei Aushändigung des neuen abgeben
Beispiel aus der Praxis
Murat fährt seit Jahren Klasse B und kauft sich einen Wohnwagen mit 1.500 kg. Zusammen mit seinem Auto liegt die Kombination über 3.500 kg. Er entscheidet sich für B96: eine Schulung ohne Prüfung, und die Schlüsselzahl 96 wird eingetragen. Für noch schwerere Gespanne hätte er BE gebraucht.
Erweiterung und Probezeit
Wer noch in der Probezeit ist und eine neue Klasse erwirbt, beginnt keine neue Probezeit. Die bestehende Probezeit läuft einfach weiter. Verstöße mit einer neuen Klasse wirken sich aber auf die gesamte Probezeit aus.
Häufige Fragen
Muss ich den Erste-Hilfe-Kurs wiederholen?
In der Regel nicht, wenn du den Nachweis schon für eine frühere Klasse vorgelegt hast.
Bekomme ich einen neuen Führerschein?
Ja. Alle Klassen stehen danach auf einem neuen Kartenführerschein.
Kann ich zwei Klassen gleichzeitig machen?
Ja, zum Beispiel B und A oder C und CE. Das spart oft Zeit und Kosten.
Brauche ich für die Erweiterung ein neues Passbild?
Ja, für den neuen Kartenführerschein brauchst du in der Regel ein aktuelles biometrisches Passbild.
Muss ich die Theorieprüfung bei jeder Erweiterung machen?
Für die meisten neuen Klassen ja. Ausnahmen sind Schlüsselzahlerweiterungen wie B96 oder B196, die ohne Prüfung erworben werden.
Tipp: Bei Fahrschulpapiere gibst du deine Daten einmal ein, wir wählen den passenden Antrag deiner Führerscheinstelle, füllen ihn vor und zeigen dir, was noch fehlt.
Stand: Oktober 2026, ohne Gewähr. Dieser Ratgeber beschreibt die allgemeine Rechtslage und den üblichen Ablauf. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorschriften und die Angaben deiner Führerscheinstelle.
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