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Klasse D und D1: Der Busführerschein

Busfahrer werden in vielen Städten gesucht, auch bei den Verkehrsbetrieben im Ruhrgebiet. Der Weg führt über die Klassen D1 oder D.

Das Wichtigste in Kürze

  • Klasse D1 erlaubt Busse bis 16 Fahrgastplätze, Klasse D größere Busse.
  • Mindestalter für D1 in der Regel 21, für D in der Regel 24 Jahre, mit Berufskraftfahrerausbildung früher.
  • Zusätzlich zu ärztlichen Untersuchungen ist ein Leistungstest nötig.

Was du fahren darfst

D1: Kraftfahrzeuge für die Beförderung von höchstens 16 Fahrgästen und mit höchstens 8 m Länge.

D: Kraftfahrzeuge für die Beförderung von mehr als acht Fahrgästen.

Dazu kommen die Anhängerklassen D1E und DE.

Voraussetzungen

Du brauchst Klasse B. Das Mindestalter liegt für D1 in der Regel bei 21 und für D bei 24 Jahren. Mit Berufskraftfahrerausbildung oder Grundqualifikation ist der Erwerb früher möglich. Für den Antrag brauchst du ärztliche Untersuchungen nach Anlage 5, eine augenärztliche Untersuchung nach Anlage 6 und einen Nachweis über die psychische Leistungsfähigkeit.

Ausbildung und Prüfung

Die Ausbildung umfasst Theorie, Übungsstunden, Sonderfahrten und Prüfungen. Für Busse ist die Abfahrtkontrolle besonders wichtig, ebenso Themen wie Fahrgastsicherheit.

Gültigkeit

Die Busklassen sind fünf Jahre gültig. Zur Verlängerung brauchst du neue ärztliche Nachweise. Für die gewerbliche Personenbeförderung ist die Berufskraftfahrerqualifikation mit Schlüsselzahl 95 nötig.

D1: Kleinbusse bis 16 Plätze

Mit Klasse D1 darfst du Busse mit bis zu 16 Fahrgastplätzen und einer Länge von höchstens acht Metern fahren. Das betrifft vor allem Kleinbusse im Schulverkehr, bei Fahrdiensten und Shuttles. Ein leichter Anhänger bis 750 kg ist erlaubt. D1 ist oft der Einstieg in die Personenbeförderung, weil die Ausbildung kürzer ist und das Fahrzeug kleiner als ein Linienbus.

Psychologische Leistungsprüfung

Für die Busklassen verlangt die Fahrerlaubnis-Verordnung neben der ärztlichen Untersuchung und dem Sehtest einen Nachweis über die psychische Leistungsfähigkeit. Dabei werden Belastbarkeit, Orientierung, Konzentration, Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit getestet. Die Untersuchung führen Begutachtungsstellen für Fahreignung durch. Plane dafür einen eigenen Termin ein.

Verantwortung für Fahrgäste

Wer einen Bus fährt, ist für viele Menschen gleichzeitig verantwortlich. Sanftes Anfahren und Bremsen ist deshalb nicht nur eine Frage des Komforts, sondern der Sicherheit: Stehende Fahrgäste können bei einer Vollbremsung stürzen. In der Ausbildung lernst du, vorausschauend zu fahren und Haltestellen ruhig anzufahren.

Grundqualifikation für den Linienverkehr

Wer gewerblich Fahrgäste befördert, braucht wie im Güterverkehr eine Grundqualifikation nach dem Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz und danach regelmäßige Weiterbildungen. Die Qualifikation wird mit der Schlüsselzahl 95 im Führerschein eingetragen. Viele Verkehrsbetriebe bilden selbst aus und übernehmen die Kosten.

DE und D1E

Mit DE bzw. D1E darfst du Busse mit schwereren Anhängern fahren. In der Praxis ist das selten, etwa bei Reisebussen mit Gepäckanhänger. Die Ausbildung baut auf D bzw. D1 auf und konzentriert sich auf das Fahren und Rangieren mit Anhänger.

Karriere im Nahverkehr

Busfahrer werden in vielen Städten gesucht, auch im Ruhrgebiet. Verkehrsunternehmen bieten oft Quereinsteigerprogramme an, bei denen sie die Ausbildung finanzieren. Wer Interesse hat, sollte sich direkt bei den Verkehrsbetrieben der eigenen Stadt erkundigen. Auch die Agentur für Arbeit kann über Förderungen informieren.

Typische Herausforderungen

Ein Linienbus ist bis zu zwölf Meter lang, Gelenkbusse sogar 18 Meter. Beim Abbiegen schwenkt das Heck aus, und an engen Haltestellen ist genaues Fahren gefragt. Dazu kommen Fahrplandruck und Kontakt mit Fahrgästen. Die Ausbildung bereitet dich auf diese Situationen vor, aber Erfahrung kommt erst mit der Zeit.

Checkliste Busführerschein

  • Mindestalter beachten
  • Klasse B vorhanden
  • Ärztliche Untersuchung und Sehtest
  • Nachweis der psychischen Leistungsfähigkeit
  • Führungszeugnis, falls verlangt
  • Grundqualifikation für den gewerblichen Einsatz

Beispiel aus der Praxis

Sabine ist 45 und möchte sich beruflich neu orientieren. Ein Verkehrsunternehmen bietet ihr eine Ausbildung zur Busfahrerin an. Sie macht Klasse D mit beschleunigter Grundqualifikation und fährt nach einigen Monaten ihre erste eigene Linie.

Ausbildung und Prüfung im Detail

Die Ausbildung für die Busklassen umfasst Theorie zu Fahrzeugtechnik, Fahrgastsicherheit, Lenk- und Ruhezeiten und Verhalten im Notfall. In der Praxis übst du das Fahren im Stadtverkehr, auf Landstraßen und Autobahnen, das Anfahren von Haltestellen und das Rangieren auf engem Raum. Dazu kommt eine ausführliche Abfahrtkontrolle, bei der du Reifen, Beleuchtung, Türen, Notausstiege und Bremsanlage prüfst.

In der praktischen Prüfung achtet der Prüfer besonders auf ruhiges, fahrgastfreundliches Fahren und auf das sichere Bedienen der Türen an Haltestellen. Wer schon Lkw-Erfahrung hat, findet sich oft schneller zurecht, muss sich aber an die Verantwortung für Fahrgäste gewöhnen.

Arbeitszeit und Schichtdienst

Im Linienverkehr wird oft im Schichtdienst gearbeitet, auch früh morgens, spät abends und am Wochenende. Wer sich für den Beruf interessiert, sollte das bei der Planung berücksichtigen.

Häufige Fragen

Brauche ich D1 für einen Neunsitzer?

Nein, Fahrzeuge mit bis zu acht Sitzplätzen außer dem Fahrer fallen unter Klasse B.

Was ist ein Leistungstest?

Ein Test zur Belastbarkeit, Orientierung, Konzentration und Reaktion nach Anlage 5 Nr. 2 FeV.

Kann ich D ohne C machen?

Ja, Voraussetzung ist nur Klasse B.

Darf ich mit D1 einen Schulbus fahren?

Ja, wenn das Fahrzeug höchstens 16 Fahrgastplätze hat und du die gewerblichen Voraussetzungen erfüllst.

Wie lange gilt der Busführerschein?

Fünf Jahre. Für die Verlängerung brauchst du neue ärztliche Nachweise.

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