Gerade bei teuren Lkw- oder Busführerscheinen fragen viele, ob die Kosten steuerlich zählen.
Das Wichtigste in Kürze
Kosten für den Autoführerschein Klasse B gelten in der Regel als private Lebensführung.
Führerscheine, die überwiegend beruflich nötig sind, etwa für Lkw oder Bus, können als Werbungskosten absetzbar sein.
Für eine verbindliche Auskunft wende dich an einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein.
Klasse B
Der Autoführerschein gilt in der Regel als privat veranlasst, weil er auch im Alltag genutzt wird. Ein Abzug ist deshalb meist nicht möglich.
Berufliche Führerscheine
Für Klassen wie C, CE, D oder die Berufskraftfahrerqualifikation gilt: Wenn die Kosten überwiegend beruflich veranlasst sind, können sie als Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben absetzbar sein.
Förderung beachten
Wurden die Kosten vom Arbeitgeber, Jobcenter oder der Agentur für Arbeit übernommen, kannst du sie nicht noch einmal absetzen.
Belege aufbewahren
Bewahre Rechnungen der Fahrschule, Gebührenbescheide und Belege für Nachweise auf.
Werbungskosten bei Arbeitnehmern
Wer einen Führerschein für den Beruf braucht, kann die Kosten unter Umständen als Werbungskosten absetzen. Das gilt vor allem für Lkw- und Busführerscheine, die für eine bestimmte Tätigkeit nötig sind.
Für den Führerschein Klasse B ist das meist nicht möglich, weil er auch privat genutzt wird.
Ausnahmen bei Klasse B
In seltenen Fällen kann auch der Führerschein Klasse B absetzbar sein, etwa wenn er ausschließlich für den Beruf nötig ist. Die Finanzämter sind hier aber streng.
Lass dich von einem Steuerberater beraten, wenn du unsicher bist.
Selbstständige
Selbstständige können die Kosten für einen Führerschein als Betriebsausgabe absetzen, wenn er für den Betrieb nötig ist. Auch hier gilt: Bei Klasse B ist das schwierig.
Dokumentiere, warum der Führerschein für deinen Betrieb nötig ist.
Ausbildung und Studium
Wer den Führerschein im Rahmen einer Ausbildung macht, kann die Kosten eventuell als Ausbildungskosten absetzen.
Förderung und Steuer
Wenn du eine Förderung bekommen hast, kannst du nur den Teil absetzen, den du selbst bezahlt hast. Bewahre alle Belege und Bescheide auf.
Beispiel aus der Praxis
Thomas macht den Führerschein Klasse CE, weil er als Lkw-Fahrer arbeiten möchte. Er bewahrt alle Rechnungen auf und gibt die Kosten in der Steuererklärung als Werbungskosten an.
Belege sammeln
Sammle alle Rechnungen der Fahrschule, der Prüforganisation und der Behörde. Auch Kosten für Sehtest, Erste Hilfe und ärztliche Untersuchungen gehören dazu.
Hinweis
Dieser Beitrag gibt nur einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Steuerberatung. Steuerregeln ändern sich und hängen von deiner persönlichen Situation ab. Für eine verbindliche Auskunft wende dich an einen Steuerberater, einen Lohnsteuerhilfeverein oder dein Finanzamt.
Was als beruflich veranlasst gilt
Kosten gelten in der Regel dann als beruflich veranlasst, wenn der Führerschein für deinen aktuellen oder einen konkret angestrebten Beruf nötig ist. Typische Beispiele sind Berufskraftfahrer, Busfahrer oder Fahrer von Einsatzfahrzeugen. Der Pkw-Führerschein gilt dagegen meist als Teil der allgemeinen Lebensführung, weil er auch privat genutzt wird.
Für Ausnahmen bei Klasse B gibt es nur wenige Fälle.
Welche Kosten dazugehören können
Zu den möglichen Kosten gehören die Gebühren der Fahrschule, die Prüfungsgebühren, die Gebühren der Führerscheinstelle, ärztliche Untersuchungen und die Kosten der Berufskraftfahrerqualifikation. Auch Fahrten zur Fahrschule oder zur Prüfung können unter Umständen eine Rolle spielen.
Wichtig ist, dass du alle Kosten mit Belegen nachweisen kannst.
Wenn der Arbeitgeber zahlt
Übernimmt der Arbeitgeber die Kosten, kannst du sie nicht noch einmal selbst absetzen. Zahlt er nur einen Teil, kann der Rest unter Umständen geltend gemacht werden. Auch bei einer Rückzahlungsvereinbarung, etwa wenn du das Unternehmen früh verlässt, kann sich die steuerliche Lage ändern.
Zeitpunkt der Steuererklärung
Die Kosten werden in dem Jahr berücksichtigt, in dem du sie bezahlt hast. Verteilt sich die Ausbildung über zwei Jahre, gehören die Kosten in zwei Steuererklärungen. Bewahre deshalb alle Quittungen und Rechnungen sorgfältig auf.
Merke
Für den Lkw- oder Busführerschein lohnt sich der Blick in die Steuererklärung oft. Beim Pkw-Führerschein sind die Chancen gering. Lass dich im Zweifel beraten.
Kosten für Kinder
Eltern fragen oft, ob sie den Führerschein ihrer Kinder absetzen können. In der Regel ist das nicht möglich, weil es sich um private Kosten handelt. Ausnahmen kann es geben, wenn der Führerschein Teil einer Berufsausbildung ist.
Auch hier lohnt sich eine kurze Rückfrage bei einer Beratungsstelle.
Umschreibung und Steuer
Auch die Kosten einer Umschreibung sind meist privat. Wer aber als Berufskraftfahrer nach Deutschland kommt und seinen Lkw-Führerschein umschreiben lässt, kann die Kosten unter Umständen als Werbungskosten angeben.
Werbungskosten und Pauschale
Arbeitnehmer erhalten automatisch eine Werbungskostenpauschale. Eigene Kosten für den Führerschein wirken sich steuerlich nur aus, wenn die gesamten Werbungskosten diese Pauschale übersteigen. Bei einem Lkw-Führerschein ist das oft der Fall.
Häufige Fragen
Ist dieser Beitrag eine Steuerberatung?
Nein. Er gibt nur einen allgemeinen Überblick.
Kann ich den Führerschein meines Kindes absetzen?
In der Regel nicht.
Zählen Fahrten zur Fahrschule?
Nur wenn die Ausbildung beruflich veranlasst ist. Frag deinen Steuerberater.
Tipp: Bei Fahrschulpapiere siehst du vorab, welche Leistungen du buchst; amtliche Gebühren deiner Führerscheinstelle und der Prüforganisation kommen je nach Wohnort dazu.
Stand: Oktober 2026, ohne Gewähr. Dieser Ratgeber beschreibt die allgemeine Rechtslage und den üblichen Ablauf. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorschriften und die Angaben deiner Führerscheinstelle.
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