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Welche Führerscheinklasse brauche ich? Der Überblick von AM bis DE

AM, A1, B96, CE – die Buchstaben auf dem Führerschein wirken auf den ersten Blick verwirrend. Dahinter steckt aber ein klares System. Hier bekommst du den Überblick, welche Klasse du für welches Fahrzeug brauchst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Führerscheinklassen sind EU-weit einheitlich geregelt.
  • Viele Klassen schließen andere ein – mit Klasse B darfst du zum Beispiel auch AM-Fahrzeuge fahren.
  • Das Mindestalter hängt von der Klasse und teils vom Ausbildungsweg ab.

Zweiräder: AM, A1, A2, A

Klasse AM

Kleinkrafträder und Roller bis 45 km/h, auch leichte vierrädrige Fahrzeuge. Mindestalter 16, in einigen Bundesländern 15.

Klasse A1

Leichtkrafträder bis 125 ccm und 11 kW. Mindestalter 16.

Klasse A2

Krafträder bis 35 kW. Mindestalter 18.

Klasse A

Krafträder ohne Leistungsbegrenzung. Mindestalter 24 bei direktem Einstieg oder 20 nach zwei Jahren A2.

Auto und Anhänger: B, BE, B96

Klasse B

Kraftfahrzeuge bis 3.500 kg zulässige Gesamtmasse mit höchstens acht Sitzplätzen außer dem Fahrersitz. Mindestalter 18, mit BF17 ab 17.

Klasse B96

Kombinationen aus Pkw und Anhänger bis 4.250 kg. Schulung ohne Prüfung.

Klasse BE

Anhänger bis 3.500 kg hinter einem Pkw der Klasse B.

Lkw: C1, C1E, C, CE

Klasse C1

Fahrzeuge von 3.500 bis 7.500 kg. Mindestalter 18.

Klasse C

Fahrzeuge über 3.500 kg ohne Obergrenze. Mindestalter in der Regel 21, mit Berufskraftfahrerausbildung früher.

Klassen C1E und CE

Die passenden Anhängerklassen dazu.

Die Lkw-Klassen sind jeweils fünf Jahre gültig und müssen danach mit ärztlichen Nachweisen verlängert werden.

Bus: D1, D1E, D, DE

Klasse D1

Kleinbusse mit bis zu 16 Fahrgastplätzen und höchstens 8 m Länge. Mindestalter in der Regel 21.

Klasse D

Busse mit mehr als acht Fahrgastplätzen. Mindestalter in der Regel 24, mit Berufskraftfahrerausbildung früher.

Auch die Busklassen sind befristet gültig.

Sonderklassen: L, T, Mofa

Für Traktoren und landwirtschaftliche Fahrzeuge gibt es die Klassen L (bis 40 km/h) und T (bis 60 km/h bzw. 40 km/h für selbstfahrende Arbeitsmaschinen). Für Mofas bis 25 km/h brauchst du eine Mofa-Prüfbescheinigung, wenn du nach dem 1. April 1965 geboren bist. Details zu allen Klassen findest du unter Alle Führerscheinklassen.

Welche Klasse passt zu mir?

Die richtige Klasse hängt davon ab, was du fahren möchtest. Für den Alltag reicht den meisten Klasse B. Wer gelegentlich einen Anhänger zieht, prüft zusätzlich BE oder B96. Motorradfans wählen je nach Alter A1, A2 oder A. Wer beruflich größere Fahrzeuge fährt, braucht C1, C oder die Busklassen. Ein kurzes Gespräch in der Fahrschule hilft dir, die passende Kombination zu finden.

Kombinationen sparen Zeit

Viele Fahrschüler kombinieren Klassen, etwa B und A2 oder B und BE. Das spart Wege, und manche Theorieinhalte müssen nur einmal gelernt werden. Allerdings legst du für jede Klasse eine eigene praktische Prüfung ab. Bei Lkw-Klassen ist die Kombination C und CE beliebt, bei Bussen D und DE.

Was die Schlüsselzahlen bedeuten

Neben den Klassen stehen im Führerschein oft Schlüsselzahlen, die Beschränkungen oder Erweiterungen anzeigen. Beispiele sind die 78 für Automatik, die 96 für schwerere Anhängerkombinationen und die 196 für Leichtkrafträder mit dem Pkw-Führerschein. Wer diese Zahlen kennt, versteht seinen Führerschein besser.

Mindestalter im Überblick

Die Mindestalter unterscheiden sich je nach Klasse: Mofa und in einigen Ländern AM ab 15, AM, A1, L und T ab 16, B ab 17 mit Begleitung und ab 18 allein, A2 ab 18, A ab 20 bei Aufstieg oder 24 bei Direkteinstieg, C1 ab 18, C ab 21 (mit Berufskraftfahrerausbildung früher), D ab 24 (mit Ausbildung früher). Die Details findest du in unseren Beiträgen zu den einzelnen Klassen.

Gültigkeit der Klassen

Die Pkw- und Motorradklassen gelten unbefristet, nur das Dokument wird alle 15 Jahre erneuert. Lkw- und Busklassen werden befristet erteilt, meist für fünf Jahre, und müssen mit ärztlichen Nachweisen verlängert werden.

Beispiel aus der Praxis

Jana ist 18 und möchte Auto und Motorrad fahren. Sie kombiniert Klasse B mit A2. Die Theorie für den Grundstoff macht sie nur einmal, dazu kommt der Zusatzstoff für beide Klassen. Sie legt zwei Theorieprüfungen und zwei praktische Prüfungen ab und hat am Ende beide Klassen in einem Führerschein.

Klassen nachträglich erweitern

Du musst nicht alle Klassen auf einmal machen. Jede Klasse kann später ergänzt werden, sobald du sie brauchst.

Häufige Fragen

Welche Klassen sind in Klasse B enthalten?

Mit Klasse B erhältst du automatisch auch die Klassen AM und L.

Kann ich mehrere Klassen gleichzeitig machen?

Ja, viele Fahrschulen bieten Kombinationen an, zum Beispiel B mit A oder C mit CE.

Gelten die Klassen im Ausland?

Innerhalb der EU ja. Außerhalb der EU brauchst du oft zusätzlich einen internationalen Führerschein.

Kann ich mit Klasse B ein Wohnmobil fahren?

Bis 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse ja. Für schwerere Wohnmobile brauchst du C1.

Was ist die einfachste Klasse für den Einstieg?

Für die meisten ist Klasse B der Einstieg. Wer früh mobil sein möchte, beginnt oft mit AM oder A1.

Weiterlesen

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Stand: Oktober 2026, ohne Gewähr. Dieser Ratgeber beschreibt die allgemeine Rechtslage und den üblichen Ablauf. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorschriften und die Angaben deiner Führerscheinstelle.

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