Manche merken erst beim Sehtest für den Führerschein, dass sie schlechter sehen als gedacht. Das ist kein Weltuntergang. In den meisten Fällen löst eine Brille das Problem. Und wenn nicht, gibt es einen klar geregelten Weg über den Augenarzt.
Das Wichtigste in Kürze
Wer den Sehtest nicht besteht, braucht ein augenärztliches Gutachten oder Zeugnis.
Oft reicht eine passende Brille – dann wird die Schlüsselzahl 01 eingetragen.
Auch mit eingeschränktem Sehvermögen ist ein Führerschein unter Umständen möglich.
Warum man den Test nicht besteht
Der Sehtest ist bestanden, wenn du eine Tagessehschärfe von mindestens 0,7 erreichst. Häufige Gründe für ein Nichtbestehen sind:
eine bisher unentdeckte Kurz- oder Weitsichtigkeit
eine veraltete Brille oder alte Kontaktlinsen
eine Hornhautverkrümmung
ein deutlich schwächeres Auge
Die Sehteststelle sagt dir in der Regel, woran es gelegen hat.
Schritt 1: Brille oder Kontaktlinsen
Liegt es an einer Fehlsichtigkeit, lässt du dir eine passende Sehhilfe anpassen und wiederholst den Sehtest. Bestehst du mit Sehhilfe, ist alles in Ordnung. Im Führerschein steht dann die Schlüsselzahl 01. Du musst beim Fahren immer eine Brille oder Kontaktlinsen tragen.
Schritt 2: Augenärztliches Gutachten
Erreichst du die 0,7 auch mit Sehhilfe nicht, brauchst du ein Zeugnis oder Gutachten eines Augenarztes. Für die Klassen A und B ist ein Führerschein nach Anlage 6 FeV grundsätzlich noch möglich, wenn bestimmte Mindestwerte erreicht werden – unter anderem eine beidäugige Sehschärfe von mindestens 0,5 sowie ein ausreichendes Gesichtsfeld. Der Augenarzt prüft das und stellt die Bescheinigung aus.
Was sonst noch geprüft wird
Beim Augenarzt werden neben der Sehschärfe oft weitere Funktionen geprüft, zum Beispiel das Gesichtsfeld, das Stellungsvermögen der Augen oder das Dämmerungssehen. Je nach Ergebnis kann die Führerscheinstelle Auflagen oder Beschränkungen festlegen. Sind die Mindestanforderungen nicht erfüllt, kann der Führerschein für bestimmte Klassen nicht erteilt werden.
Tipp: früh testen
Mach den Sehtest möglichst früh in deiner Führerscheinplanung. Falls du eine Brille oder einen Augenarzttermin brauchst, hast du genug Zeit – und dein Antrag verzögert sich nicht. Bei Fahrschulpapiere ist der Sehtest deshalb einer der ersten Schritte.
Häufige Ursachen für schlechte Ergebnisse
Viele Menschen wissen gar nicht, dass sie eine Brille brauchen – bis sie beim Führerschein-Sehtest scheitern. Eine leichte Kurzsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung fällt im Alltag oft nicht auf, weil das Gehirn vieles ausgleicht. Beim standardisierten Test zeigt sich dann, dass die Sehschärfe unter dem nötigen Wert liegt.
Manchmal sind auch Müdigkeit, trockene Augen oder eine alte Brille die Ursache. Gönn dir vor dem Test ausreichend Schlaf und schau vorher nicht stundenlang auf einen Bildschirm.
Der Weg zur passenden Brille
Wenn du den Sehtest ohne Brille nicht bestehst, ist der nächste Schritt meist eine Untersuchung beim Augenoptiker oder Augenarzt. Dort wird gemessen, welche Korrektur du brauchst. Mit der neuen Brille oder Kontaktlinsen kannst du den Sehtest wiederholen. Dann wird im Führerschein die Schlüsselzahl 01 eingetragen, und du musst beim Fahren immer deine Sehhilfe tragen.
Tipp: Lass dir bei der Bestellung einer Brille sagen, wann sie fertig ist – und plane den Sehtest danach ein.
Wenn auch mit Brille nicht genug Sehschärfe erreicht wird
Gelingt es auch mit Brille nicht, den nötigen Wert zu erreichen, ist ein augenärztliches Gutachten erforderlich. Der Augenarzt prüft dann umfassender, etwa das Gesichtsfeld, die Beweglichkeit der Augen und das Stereosehen. Je nach Ergebnis kann der Führerschein trotzdem erteilt werden, eventuell mit Auflagen oder Beschränkungen. In manchen Fällen ist eine Fahrerlaubnis leider nicht möglich.
Sprich in so einem Fall frühzeitig mit deiner Fahrschule und der Führerscheinstelle, bevor du viel Geld in die Ausbildung investierst.
Psychologisch: Kein Grund zur Panik
Den Sehtest nicht zu bestehen, fühlt sich im ersten Moment wie ein Rückschlag an. In den meisten Fällen ist die Lösung aber einfach: eine Brille oder Kontaktlinsen. Millionen Autofahrer fahren mit Sehhilfe – und das ganz problemlos. Viel wichtiger ist, dass du sicher sehen kannst, wenn du am Straßenverkehr teilnimmst.
Checkliste: Sehtest nicht bestanden
Ruhe bewahren und Ergebnis erfragen
Termin bei Augenoptiker oder Augenarzt vereinbaren
Brille oder Kontaktlinsen anpassen lassen
Sehtest mit Sehhilfe wiederholen
Falls nötig, augenärztliches Gutachten einholen
Fahrschule über den neuen Zeitplan informieren
Mit Brille zur Prüfung
Wenn im Führerschein die Schlüsselzahl 01 steht, musst du die Sehhilfe bei der Prüfung und bei jeder Fahrt tragen. Der Prüfer kontrolliert das. Ersatzbrille im Auto ist sinnvoll.
Häufige Fragen
Darf ich den Sehtest sofort wiederholen?
Ja. Es gibt keine Sperrfrist. Sinnvoll ist das aber erst, wenn du eine passende Sehhilfe hast.
Wird das Nichtbestehen gemeldet?
Nein. Die Bescheinigung reichst du nur ein, wenn du bestanden hast oder ein augenärztliches Zeugnis vorlegst.
Was kostet ein augenärztliches Gutachten?
Das ist eine privatärztliche Leistung, der Preis richtet sich nach der Gebührenordnung und dem Umfang.
Muss ich der Fahrschule sagen, dass ich den Test nicht bestanden habe?
Eine Pflicht gibt es nicht, aber es ist sinnvoll, damit die Fahrschule den Zeitplan anpassen kann.
Kann ich mit Kontaktlinsen den Test machen, obwohl ich sonst Brille trage?
Ja, beides ist erlaubt. Beim Fahren musst du dann aber eine der beiden Sehhilfen tragen.
Tipp: Bei Fahrschulpapiere erledigst du Erste Hilfe, Sehtest und Passbild in einem Ablauf – und wir füllen danach den Antrag deiner Stadt für dich aus.
Stand: Oktober 2026, ohne Gewähr. Dieser Ratgeber beschreibt die allgemeine Rechtslage und den üblichen Ablauf. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorschriften und die Angaben deiner Führerscheinstelle.
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