Die praktische Prüfung ist der letzte Schritt zum Führerschein. Sie ist klar strukturiert – und mit guter Vorbereitung gut zu schaffen.
Das Wichtigste in Kürze
Die praktische Prüfung nimmt ein amtlich anerkannter Prüfer von TÜV oder DEKRA ab.
Für Klasse B dauert die Prüfung insgesamt rund 55 Minuten.
Bestandene Theorie und alle Pflichtstunden sind Voraussetzung.
Voraussetzungen
bestandene Theorieprüfung (nicht älter als 12 Monate)
alle besonderen Ausbildungsfahrten absolviert
Freigabe durch den Fahrlehrer
gültiger Ausweis
Ablauf
Begrüßung und Ausweiskontrolle
Abfahrtkontrolle bzw. Fragen zur Fahrzeugtechnik
Prüfungsfahrt innerorts, außerorts und je nach Strecke auf der Autobahn
Grundfahraufgaben wie Einparken, Rückwärtsfahren oder Gefahrenbremsung
Besprechung des Ergebnisses
Was der Prüfer bewertet
Der Prüfer achtet auf sicheres, vorausschauendes und regelkonformes Fahren. Kleine Fehler führen nicht automatisch zum Durchfallen. Erhebliche Fehler wie das Missachten der Vorfahrt oder eine Gefährdung anderer schon.
Wer sitzt im Auto?
Neben dir sitzen der Fahrlehrer und hinten der Prüfer.
Nach der Prüfung
Hast du bestanden, bekommst du deinen Kartenführerschein in der Regel direkt vom Prüfer. Bei BF17 erhältst du stattdessen eine Prüfungsbescheinigung, die nur in Begleitung gilt. Ab dann beginnt die zweijährige Probezeit. Hast du nicht bestanden, bespricht der Prüfer die Gründe mit dir. Die Wiederholung ist in der Regel frühestens nach zwei Wochen möglich.
Die Abfahrtkontrolle
Zu Beginn der Prüfung kann der Prüfer dich bitten, eine Abfahrtkontrolle durchzuführen oder Fragen zur Technik zu beantworten. Typische Themen sind Reifen, Beleuchtung, Ölstand, Kühlmittel oder Bremsflüssigkeit. Auch die Bedienung von Licht, Scheibenwischer und Warnblinker gehört dazu.
Übe diese Punkte mit deinem Fahrlehrer. Viele Prüflinge werden hier unnötig nervös.
Fahren in verschiedenen Situationen
Während der Prüfung fährst du innerorts, außerorts und meist auch auf der Autobahn oder Kraftfahrstraße. Der Prüfer möchte sehen, dass du dich in allen Situationen sicher und vorausschauend verhältst. Dazu gehören Einfädeln, Überholen, Spurwechsel und angepasste Geschwindigkeit.
Die Strecke wird vom Prüfer festgelegt. Du kennst sie vorher nicht genau.
Grundfahraufgaben
Neben dem Fahren im Verkehr musst du Grundfahraufgaben zeigen. Dazu gehören etwa Rückwärtsfahren, Einparken in eine Parklücke, Umkehren oder eine Gefahrbremsung. Welche Aufgaben du machst, entscheidet der Prüfer.
Übe alle Grundfahraufgaben mehrmals, damit du sie sicher beherrschst.
Selbstständiges Fahren
Ein Teil der Prüfung ist oft das selbstständige Fahren nach Schildern oder Navi. Der Prüfer gibt dir ein Ziel, und du musst den Weg selbst finden. Dabei kommt es nicht darauf an, ob du richtig fährst, sondern ob du sicher fährst.
Wenn du dich verfährst, ist das kein Fehler. Wichtig ist, dass du ruhig bleibst und die Regeln einhältst.
Bewertung
Der Prüfer bewertet nach festen Kriterien, zum Beispiel Verkehrsbeobachtung, Fahrzeugpositionierung, Geschwindigkeit, Abstand und Kommunikation. Einzelne kleine Fehler führen nicht sofort zum Nichtbestehen. Schwere Fehler, etwa eine Vorfahrtsverletzung oder ein gefährliches Überholen, aber schon.
Nach der Prüfung bekommst du eine Rückmeldung, auch wenn du bestanden hast.
Beispiel aus der Praxis
Jana ist vor der Prüfung sehr nervös. Ihr Fahrlehrer fährt mit ihr am Vortag noch einmal typische Situationen. In der Prüfung macht sie einen kleinen Fehler beim Einparken, korrigiert ihn aber sicher. Sie besteht.
Nach dem Bestehen
Wenn du bestanden hast, bekommst du deinen Führerschein oft direkt im Anschluss. Bei Begleitetem Fahren ab 17 bekommst du eine Prüfungsbescheinigung. Ab jetzt beginnt die Probezeit von zwei Jahren.
Die Rolle des Fahrlehrers in der Prüfung
Dein Fahrlehrer sitzt während der Prüfung auf dem Beifahrersitz. Er darf nur eingreifen, wenn eine Gefahr droht. Ansonsten hält er sich zurück. Der Prüfer sitzt meist hinten und gibt dir die Anweisungen.
Wenn der Fahrlehrer eingreifen muss, ist die Prüfung in der Regel nicht bestanden. Deshalb ist es wichtig, dass du die Situationen selbst sicher beherrschst.
Die Prüfungsstrecke
Die Prüfungsstrecke legt der Prüfer fest. Sie soll möglichst viele typische Situationen enthalten: Kreuzungen, Kreisverkehre, Straßenbahnen, Tempo-30-Zonen, Landstraße und Autobahn. In den Fahrstunden lernst du die typischen Strecken in deiner Region kennen.
Auswendiglernen bringt aber wenig. Wichtig ist, dass du in jeder Situation sicher reagierst.
Ruhig bleiben
Wenn du einen kleinen Fehler machst, lass dich nicht aus der Ruhe bringen. Konzentriere dich auf die nächste Situation. Viele Prüflinge machen nach einem Fehler weitere Fehler, weil sie nervös werden.
Atme tief durch und fahre weiter, wie du es gelernt hast.
Merke
Die praktische Prüfung prüft, ob du sicher und selbstständig fährst. Perfektion wird nicht verlangt. Kleine Fehler sind erlaubt, gefährliche Situationen nicht.
Häufige Fragen
Bekomme ich den Führerschein sofort?
Meist ja: Der Prüfer händigt dir nach bestandener Prüfung den Kartenführerschein aus, sofern er bereits hergestellt wurde. Bei BF17 bekommst du eine Prüfungsbescheinigung.
Was passiert bei einem erheblichen Fehler?
Der Prüfer kann die Prüfung abbrechen oder sie fortsetzen und am Ende das Nichtbestehen erklären.
Kenne ich die Prüfungsstrecke vorher?
Nein. Der Prüfer legt die Strecke fest. Deine Fahrschule übt aber typische Situationen in der Umgebung der Prüfstelle.
Darf ich in der Prüfung nachfragen?
Ja, wenn du eine Anweisung nicht verstanden hast.
Was passiert bei einem Fehler?
Kleine Fehler führen nicht sofort zum Abbruch. Schwere Fehler schon.
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Stand: Oktober 2026, ohne Gewähr. Dieser Ratgeber beschreibt die allgemeine Rechtslage und den üblichen Ablauf. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorschriften und die Angaben deiner Führerscheinstelle.
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