Klasse A2 ist der Mittelweg zwischen 125er und offenem Motorrad. Viele Mittelklasse-Maschinen erfüllen die Grenzen oder lassen sich auf 35 kW drosseln.
Das Wichtigste in Kürze
Klasse A2 erlaubt Motorräder bis 35 kW und höchstens 0,2 kW/kg.
Das Mindestalter ist 18 Jahre.
Nach zwei Jahren A2 kannst du mit einer praktischen Prüfung auf Klasse A aufsteigen.
Welche Fahrzeuge?
Mit Klasse A2 darfst du Krafträder fahren, die:
höchstens 35 kW Leistung haben
ein Verhältnis von Leistung zu Gewicht von höchstens 0,2 kW/kg haben
nicht von einem Fahrzeug mit mehr als dem Doppelten der Leistung abgeleitet sind
Die Klassen AM und A1 sind in A2 enthalten.
Wege zu A2
Du kannst A2 direkt ab 18 Jahren mit voller Ausbildung erwerben. Hast du schon zwei Jahre A1, reicht ein Aufstieg mit praktischer Prüfung. Machst du A2 zusätzlich zu Klasse B, sind die Theoriestunden im Grundstoff reduziert, weil du ihn schon kennst.
Ausbildung und Prüfung
Die Ausbildung umfasst Theorie, Übungsstunden und Sonderfahrten. In der Praxisprüfung zeigst du Grundfahraufgaben wie Slalom, Ausweichen und Gefahrenbremsung sowie eine Prüfungsfahrt im Verkehr. Wer schon eine Fahrerlaubnis hat, muss bei der Theorie oft nur noch den Zusatzstoff lernen.
Aufstieg auf A
Nach zwei Jahren Besitz von A2 kannst du per Aufstieg die Klasse A erwerben. Dafür brauchst du nur eine praktische Prüfung. So kannst du schon mit 20 Jahren offene Motorräder fahren, statt bis 24 zu warten.
Leistung und Drosselung
Mit Klasse A2 darfst du Motorräder bis 35 kW fahren, mit einem Leistungsgewicht von höchstens 0,2 kW pro Kilogramm. Ein gedrosseltes Motorrad ist erlaubt, wenn die ungedrosselte Version höchstens 70 kW hat. Wer also eine stärkere Maschine drosseln will, sollte vorher prüfen, ob das Modell überhaupt infrage kommt. Die Drosselung muss in den Fahrzeugpapieren eingetragen sein. Nach dem Aufstieg auf A kann die Drosselung wieder entfernt werden.
Theorie und Prüfung
In der Theorie lernst du den Grundstoff und den Zusatzstoff für Motorräder. Die Theorieprüfung besteht aus Fragen zu beiden Bereichen. In der praktischen Prüfung fährst du durch den Stadtverkehr, über Land und gegebenenfalls auf der Autobahn. Der Prüfer begleitet dich im Auto und gibt Anweisungen per Funk. Dazu kommen die Grundfahraufgaben, die du vorher auf dem Übungsplatz geübt hast.
A2 als Erweiterung zu Klasse B
Viele machen A2 parallel zu Klasse B oder als Erweiterung später. Wer Klasse B schon hat, muss den Grundstoff in der Theorie nicht noch einmal komplett lernen, sondern konzentriert sich auf den Zusatzstoff. Die praktische Ausbildung mit Sonderfahrten musst du trotzdem vollständig absolvieren, weil Motorradfahren ganz andere Fähigkeiten verlangt als Autofahren.
Welches Motorrad für den Einstieg?
Für A2 gibt es viele Motorräder, die ab Werk 35 kW haben, von Naked Bikes bis zu Reiseenduros. Für den Einstieg ist ein leichtes, gut beherrschbares Motorrad sinnvoller als eine gedrosselte große Maschine. Probefahrten bei Händlern helfen bei der Entscheidung. Achte auf Sitzhöhe, Gewicht und Ergonomie – gerade beim Rangieren und Anhalten zählt jedes Kilo.
Sicher durch die ersten Jahre
Die meisten schweren Motorradunfälle passieren in den ersten Jahren. Ein Fahrsicherheitstraining nach der Prüfung lohnt sich, um Bremsen, Kurvenfahren und Ausweichen unter Anleitung zu üben. Viele Automobilclubs und Verkehrswachten bieten solche Trainings an. Fahr am Anfang lieber mit Reserve als am Limit.
Checkliste A2
Mindestens 18 Jahre alt oder A1 seit zwei Jahren
Erste Hilfe, Sehtest und Passbild
Antrag bei der Führerscheinstelle
Schutzkleidung organisieren
Theorie, Fahrstunden und Sonderfahrten
Theorie- und Praxisprüfung
Typische Fehler in der A2-Prüfung
Beim Motorrad bewertet der Prüfer neben dem Verkehrsverhalten auch, wie du die Maschine beherrschst. Typische Fehler sind ein zu später Schulterblick, zu wenig Abstand zu parkenden Autos, zu hohe Geschwindigkeit vor Kurven und unsicheres Anfahren am Berg. Bei den Grundfahraufgaben kommt es auf saubere Linien und gleichmäßiges Tempo an. Wer in der Prüfung nervös wird, sollte bewusst ruhig atmen und lieber etwas langsamer und dafür sauber fahren.
Wetter und Saison
Motorradausbildung ist stark vom Wetter abhängig. Im Winter sind Fahrstunden bei Glätte nicht möglich, und auch im Herbst fallen Termine wegen Regen und Laub öfter aus. Viele Fahrschulen bieten deshalb im Winter Theorieunterricht an und beginnen im Frühjahr mit der Praxis. Wer im Sommer fahren möchte, sollte schon im Winter mit dem Antrag und der Theorie beginnen.
Nach der Prüfung
Nach der bestandenen Prüfung beginnt die zweijährige Wartezeit für den Aufstieg auf Klasse A. Fahr in dieser Zeit möglichst viel, um Routine zu sammeln.
Häufige Fragen
Darf ich ein gedrosseltes Motorrad mit A2 fahren?
Ja, wenn die Ausgangsleistung höchstens 70 kW beträgt und die Drosselung eingetragen ist.
Gilt A2 im Ausland?
Ja, A2 ist eine EU-Klasse.
Brauche ich für A2 eine Theorieprüfung, wenn ich B habe?
Ja, wenn du A2 neu machst. Beim Aufstieg von A1 nicht.
Kann ich mit A2 ins Ausland fahren?
Ja, Klasse A2 ist in der gesamten EU anerkannt.
Wie lange dauert die Ausbildung?
Das hängt von deiner Erfahrung und den Terminen ab. Viele schaffen A2 in einigen Wochen bis wenigen Monaten.
Tipp: Fahrschulpapiere sammelt für jede Klasse Erste-Hilfe-Nachweis, Sehtest bzw. ärztliche Nachweise und Passbild und füllt den Antrag deiner Führerscheinstelle aus – ein Service der JP Fahrschule.
Stand: Oktober 2026, ohne Gewähr. Dieser Ratgeber beschreibt die allgemeine Rechtslage und den üblichen Ablauf. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorschriften und die Angaben deiner Führerscheinstelle.
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